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Sieben Wochen in Bordeaux

Geschrieben von Redaktion am .

Dank Erasmus+ durften wir sieben unvergessliche Wochen in Frankreich verbringen. Dieser Austausch wurde von unserer Schule organisiert und ermöglichte uns wertvolle kulturelle, sprachliche und persönliche Erfahrungen. Während dieser Zeit konnten wir eine neue Stadt und Region kennenlernen, viele neue Bekanntschaften machen und einzigartige Erfahrungen sammeln, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden. Vor der Abreise waren wir natürlich etwas aufgeregt. Als wir uns dann aber gemeinsam auf den Weg zum Flughafen machten, war die Vorfreude wieder größer als die Nervosität. Die Reise begann allerdings nicht ganz wie geplant. Nur fünf Minuten vor dem Boarding wurde uns mitgeteilt, dass unser Flug annulliert worden war. Zuerst waren wir natürlich geschockt, doch dank guter Teamarbeit und großem Zusammenhalt konnten wir alles organisieren und erreichten schließlich mit etwas Verspätung unser Ziel: Bordeaux. Am Flughafen wurden wir von unseren Gastfamilien sehr herzlich empfangen. Wir fühlten uns sofort willkommen und gut aufgehoben, was den Start in unser Abenteuer deutlich erleichterte. Während unseres Aufenthalts wohnten wir in Pessac und Mérignac und besuchten die Schule Jeanne d’Arc Assomption (JDA) in Pessac. Schon in der ersten Woche konnten wir viel entdecken. Besonders beeindruckt hat uns Bordeaux mit seiner wunderschönen Altstadt, den vielen kleinen Cafés und der offenen Atmosphäre. Natürlich durfte auch ein Ausflug nach Saint-Émilion, einer bekannten Weinregion in der Nähe von Bordeaux, nicht fehlen. Im Laufe der sieben Wochen konnten wir außerdem zahlreiche Eindrücke sammeln – von der beeindruckenden Dune du Pilat bis hin zu Ausflügen an die Atlantikküste. Unser erster richtiger Strandtag brachte uns sogar schon Mitte Mai den ersten Sonnenbrand ein. Der Schulalltag in Frankreich war für uns eine interessante Erfahrung. Bereits am ersten Tag fiel uns auf, wie unterschiedlich das französische Schulsystem im Vergleich zu Österreich ist. Die Schülerinnen und Schüler verbringen deutlich mehr Zeit in der Schule und haben viele Pausen. Einerseits hatten wir den Eindruck, dass dadurch manchmal Zeit verloren geht, andererseits entstehen dadurch auch enge Freundschaften. Auch das offene Schulgebäude ohne Dach über Gängen und Innenhof war für uns ungewohnt, besonders an kälteren Tagen. Neben der Schule waren wir eng in das Familienleben unserer Gastfamilien eingebunden und halfen auch im Haushalt mit. Gerade diese alltäglichen Erlebnisse machten unseren Aufenthalt besonders wertvoll. Wir begleiteten unsere Gastfamilien zu Festivals, Dorffesten oder Sportveranstaltungen und konnten dadurch das französische Leben aus nächster Nähe kennenlernen. Viele kleine Begegnungen in Cafés, Geschäften oder Restaurants halfen uns dabei, unser Französisch im Alltag anzuwenden. Rund um unsere Schule gab es viele Lokale, weshalb wir oft die Gelegenheit nutzten, etwas zu bestellen und dabei mit anderen ins Gespräch zu kommen. Auch kulturell bot sich uns eine Vielzahl an Möglichkeiten. Wir besuchten die Oper von Bordeaux, sahen eine Kunstausstellung über Matisse und Frida Kahlo und durften bei einem Konzert die Musik des Orchesters von Bordeaux genießen. Eine besondere 

Herausforderung war ein Kinobesuch auf Französisch – nicht immer leicht zu verstehen, aber trotzdem eine spannende Erfahrung. Natürlich spielte auch das Essen eine wichtige Rolle. Wir probierten viele französische Spezialitäten und lernten schnell, dass man in Bordeaux besser „Chocolatine“ statt „Pain au Chocolat“ sagt, wenn man nicht sofort als Tourist erkannt werden möchte. Gleichzeitig wollten wir auch etwas von unserer Kultur weitergeben und bereiteten für unsere Gastfamilien Schnitzel und Kaiserschmarren zu, was für viel Begeisterung sorgte. Eine prägende Erfahrung war für uns das Leben in einem fremden Land, weit entfernt von Familie und Freunden. Ohne unser gewohntes Umfeld mussten wir lernen, kleinere Probleme und Missverständnisse selbstständig zu lösen. Das hat uns geholfen, selbstständiger und selbstbewusster zu werden. Auch sprachlich gab es einige Herausforderungen. Wir merkten schnell, dass wir manchmal nachfragen mussten, wenn wir etwas nicht verstanden. Anfangs kostete das etwas Mut, aber wir haben gelernt, dass man nur durch Nachfragen wirklich dazulernt. Während unseres Aufenthalts begegneten wir außerdem verschiedenen französischen Akzenten und stellten fest, dass es auch in Frankreich eine eigene Jugendsprache gibt. Eine weitere Besonderheit war, dass unsere Korrespondenten Buben waren. Anfangs wussten wir nicht genau, wie das funktionieren würde, doch letztendlich verstanden wir uns sehr gut und hatten gemeinsam viel Spaß. Außerdem bemerkten wir, dass das Schuljahr bereits seinem Ende zuging. Viele Schülerinnen und Schüler nahmen die Schule deshalb nicht mehr ganz so ernst. Trotzdem hatten wir den Eindruck, dass Lehrkräfte und Schule insgesamt etwas strenger sind als bei uns in Österreich. Besonders bemerkenswert fanden wir, dass wir während der gesamten sieben Wochen eigentlich nie wirklich Heimweh verspürten. Das lag vor allem daran, dass wir von unseren Gastfamilien und den Menschen vor Ort so herzlich aufgenommen wurden und uns schnell als Teil des Alltags fühlten. Während unseres Aufenthalts haben wir nicht nur unsere Französischkenntnisse verbessert, sondern auch viel über uns selbst gelernt. Wir haben erfahren, wie wichtig Offenheit, Kommunikation und Selbstständigkeit sind. Durch die vielen Gespräche im Alltag konnten wir unsere Sprachkenntnisse anwenden und erweitern. Darüber hinaus haben wir gelernt, mit ungeplanten Situationen umzugehen – angefangen bei unserem annullierten Flug bis hin zu kleinen Herausforderungen im Alltag. Wir haben neue kulturelle Unterschiede kennengelernt und gesehen, dass es viele verschiedene Wege gibt, Schule und Alltag zu gestalten. Ein besonderes Highlight war schließlich das Ende unseres Aufenthalts: Nach sieben Wochen in der Region Bordeaux durften wir noch vier Tage in Paris verbringen. Das war ein krönender Abschluss für eine Zeit voller neuer Erfahrungen, Freundschaften und unvergesslicher Erlebnisse. Die sieben Wochen in Frankreich waren für uns eine unvergessliche Zeit. Wir haben eine neue Kultur kennengelernt, unsere Sprachkenntnisse verbessert, neue Freundschaften geschlossen und viele wertvolle Lebenserfahrungen gesammelt. Der Aufenthalt hat uns gezeigt, wie bereichernd ein Austausch sein kann und wie viel man dabei über andere 

Menschen und auch über sich selbst lernt. Für uns steht fest, dass wir in Zukunft gerne noch einmal an einem Austausch teilnehmen würden, zum Beispiel während eines Studiums. Die Erfahrungen, die wir in Bordeaux sammeln durften, werden uns noch lange begleiten. 

Merci beaucoup Bordeaux et à bientôt! 

Anna Brunhuber 6b und Eva Radinger 6a

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